In der heutigen Ernährungsdebatte vergeht kaum ein Tag ohne neue Verhaltensregeln, Verbote oder streng gewichtete Pyramiden. Wer durch moderne Leitfäden blättert, bekommt schnell das Gefühl, dass Essen eine hochkomplexe Wissenschaft ist, bei der man mit jedem falschen Bissen Risikofaktoren anhäuft. Ein Blick zurück in die Geschichte zeigt jedoch einen erstaunlich gelassenen Gegenentwurf: Das Konzept des Ernährungskreises, wie es 1943 von den USA mit den berühmten „Basic 7“ eingeführt wurde. Betrachtet man dieses historische Modell mit den Augen der Gegenwart, gerät man leicht in die Falle vorschneller Urteile. Doch zieht man den damaligen Kontext hinzu, offenbart sich eine ganz andere Schlussfolgerung: Besserwisserische Bewertungen aus heutiger Sicht greifen schlichtweg ins Leere. Die Geburtsstunde des Kreismodells: Orientierung in Krisenzeiten Mitten im Zweiten Weltkrieg stand das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) vor einer gewaltigen Herausforderung: Die Lebensmittelversorgung mu...
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